Rasse
Informationen
ÜBERSETZUNG :
Uwe H.Fischer, von Dr. J.-M.Paschoud
überarbeitet.
URSPRUNG : Kanada.
DATUM
DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL-
STANDARDES : 24. 06. 1987.
VERWENDUNG :
Der Lockhund rennt, springt und spielt entlang
des Strandes und kann dabei von einer Entenschar
uneingeschränkt
beobachtet werden. Manchmal verschwindet er dabei
aus der Sicht, um schnell wieder zu erscheinen.
Hierbei wird er von dem Jäger aus dessen
Versteck unterstützt, der dem Hund kleine
Stöcke oder Bälle zuwirft. Diese spielerische
Aktion erweckt die Neugier der Enten, die in
einiger Entfernung von der Küste schwimmen;
sie werden somit in die Reich-weite der Flintengeschosse
gelockt. Der Toller wird dann zum Apportieren
der toten oder angeschossenen Vögel geschickt.
KLASSIFIKATION
FCI:
Gruppe 8 Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde.
Sektion
1 Apportierhunde.
Mit
Arbeitsprüfung.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS :
Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever wurde
zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts in Neuschottland
erzüchtet, um Wasserwild anzulocken (oder
zu ködern) und es zu apportieren.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD :
Der Toller ist ein mittelgrosser, kraftvoller,
kompakter, harmonischer und gut bemuskelter Hund;
Knochensubstanz mittel bis kräftig; mit
einem hohen Mab von Flinkheit, Wachsamkeit und
Entschlossenheit. Viele Toller zeigen einen etwas
traurigen Ausdruck, bis sie an die Arbeit gehen;
sodann wechselt ihr Aussehen zu intensiver Konzentration
und Erregung. Bei der Arbeit zeigen die Toller
eine schnelle, hetzende Aktion, wobei der Kopf
fast in einer Ebene mit der Rückenlinie
und der sich ständig bewegenden und stark
befederten Rute getragen wird.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) :
Der Toller ist sehr intelligent, sehr gelehrig
und hat grobe Ausdauer. Als starker und befähigter
Schwimmer ist er ein talentierter und verlässlicher
Apportierer zu Wasser und zu Land, jederzeit
bereit, schwungvoll zu agieren, sobald auch
nur das geringste Anzeichen zur Notwendigkeit
des Apportierens gegeben ist. Sein ausgeprägter
Apportiersinn und sein Spieltrieb sind die
unentbehrlichen Grundlagen für seine Lockfähigkeit.
KOPF : Gut gemeisselt,
etwas keilförmig.
OBERKOPF :
Schädel : Der breite Schädel
ist nur leicht gerundet, das Hinterhauptbein
nicht hervortretend, ohne deutliche Backenbildung.
Ein gutes Mab für einen durchschnittlichen
Rüden ist 14 cm Abstand zwischen den Ohren;
diese Breite verjüngt sich auf ca.4 cm
am Ende des Nasenbeins. Die Länge des
Kopfes beträgt ca. 23 cm von der Nase
bis zum Hinterhauptbein; auf jeden Fall muss
der Kopf in richtiger Proportion zum Körper
stehen.
Stop : Mäbiger Stop.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm : Der Nasenschwamm verjüngt
sich vom Nasenbein- knochen zur Spitze, mit
gut geöffneten Nasenlöchern. Die
Nasenfarbe sollte im Einklang mit der Farbe
des Haarkleides oder schwarz sein.
Fang : Verjüngt sich in einer klaren
Linie vom Stop zur Nase, wobei der Unterkiefer
kräftig ist, jedoch nicht deutlich hervortritt.
Die untere Linie des Fanges verläuft in
einer nahezu geraden Linie von der Vorderkante
der Lefze zur Hinterkante des Kieferknochens,
wobei die Tiefe des Fanges in Höhe des
Stops grösser ist als an der Nase. Das
Haarkleid am Fang ist kurz und fein.
Lefzen : Gut dicht anliegend, im Profil
mit einem leichten Bogen, jedoch ohne schwere
Belefzung.
Kiefer / Zähne : Kräftig genug,
um einen grösseren Vogel tragen zu können;
die Weichheit des Mauls ist unentbehrlich.
Der korrekte Gebissschlub ist das eng
schliessende Scherengebiss, wobei ein komplettes
Gebiss vorgeschrieben ist.
Augen : Sind gut voneinander entfernt
eingesetzt, mandelförmig und von mittlerer
Grösse. Die Augen sind bernsteinfarben
bis braun. Der Ausdruck ist freundlich, aufmerksam
und intelligent. Die Umrandung der Augen sollte
der Farbe der Lefzen entsprechen.
Ohren : Dreieckig, mittelgross, hoch
und weit hinten am Schädel angesetzt,
dabei am Ansatz sehr leicht angehoben; gut
befedert am hinteren Teil der Faltung, kurzes
Haar an den abgerundeten Spitzen.
HALS :
Stark bemuskelt und gut aufgesetzt, von mittlerer
Länge,
ohne die geringste Andeutung von loser Kehlhaut.
KÖRPER :
Obere Profillinie : Eben.
Rücken : Kurz und gerade.
Lendenpartie : Kräftig und muskulös.
Brust : Tiefer Brustkorb; der bis zu
den Ellenbogen reicht. Rippen gut gewölbt;
Brustkorb weder fassförmig noch flach.
Bauch : Mässig aufgezogen.
RUTE :
Die Rute folgt in der Verlängerung der sehr leicht abfallenden
Kruppe; sie ist breit am Ansatz, üppig und
stark befedert; sie reicht mit dem letzten Schwanzwirbel
mindestens bis zum Sprunggelenk. Die Rute darf
unterhalb der Rückenlinie getragen werden,
ausser für den Fall, dass die Aufmerksamkeit
des Tollers erregt wird. Dann wird die Rute hoch
und gekrümmt getragen; der Körper darf
jedoch niemals berührt werden.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND :
Die Vorderläufe sehen
wie zwei parallel stehende Pfeiler aus, gerade
und starkknochig.
Schultern : Die Schultern sollten muskulös
sein, das Schulterblatt schräg zurück
und gut gelagert sein; damit verbunden ein
ausgeprägter Widerrist, der in einen kurzen
Rücken übergeht. Schulterblatt und
Oberarm sind ungefähr gleich lang.
Ellenbogen : Dicht am Körper anliegend,
weder aus-noch eindrehend; sie bewegen sich
frei und gleichmässig.
Vordermittelfub : Kräftig
und etwas schräg stehend.
Vorderpfoten : Sie sind mit kräftigen
Schwimmhäuten versehen; von mittlerer
Grösse, rund, mit eng aneinanderliegenden
und gut aufgeknöchelten Zehen; Ballen
dick; Wolfskrallen dürfen entfernt werden.
HINTERHAND :
Muskulös, breit, gerade
und parallel. Vor- und Hinterhandwinkelung ausgeglichen.
Oberschenkel und Unterschenkel sind etwa gleich
lang.
Oberschenkel : Sehr muskulös.
Kniegelenke : Gut gewinkelt.
Sprunggelenke : Tief angesetzt; sie
drehen weder ein noch aus; Afterkrallen dürfen
nicht vorhanden sein.
Hinterpfoten : Wie Vorderpfoten.
GANGWERK :
In der Bewegung vermittelt der Toller den Eindruck
von Kraft, ist schwungvoll und unbeschwert.
Er zeigt viel Vortritt und starken Schub. Die
Pfoten sollten weder ein- noch ausdrehen. Die
Läufe bewegen
sich einer geraden Linie. Wenn die Schrittfolge
schneller wird, sollte der Toller schnüren
(pfoteneng auf einer Linie laufen); die Rückenlinie
bleibt dabei eben.
HAARKLEID
HAAR : Der
Toller wurde gezüchtet,
um aus eisigen Gewässern zu apportieren;
er muss ein wasserabweisendes doppeltes Haarkleid
haben.Dieses ist mittellang und weich mit einer
noch weicheren, dichten Unterwolle. Das Haarkleid
darf eine leichte Wellung auf dem Rücken
aufweisen, ist ansonsten jedoch glatt. Manchmal
findet man beim Winterfell lange, lockere Wellen
im Kehlbereich. Befederungen an Kehle, hinter
den Ohren und an den Hinterseiten von Ober- und
Unterschenkel sind weich; die Vorderläufe
sind mässig befedert.
FARBE :
Die Farbe besteht aus verschiedenen Schattierungen
von rot oder orange, wobei die Befederung und
die Unterseite der Rute farblich heller ist.
Gewöhnlich ist mindestens eine
der folgenden weissen Farbmarkierungen vorhanden
: Rutenspitze, Pfoten (jedoch nicht höher
reichend als der Vordermittelfuss), Brust und
eine Blesse. Ein Toller, der ansonsten von hoher
Qualität ist, darf nicht alleine wegen Fehlens
eines weissen Abzeichens geringer bewertet werden.
Die Pigmentierung der Nase, der Lefzen und der
Augenränder soll fleischfarben, Ton in Ton
mit der Farbe des Haarkleids, oder schwarz sein.
GRÖSSE
UND GEWICHT :
Idealgrösse : Für einen Rüden
von mehr als 18 Monaten Alter : 48 bis 51 cm;
für eine Hündin von mehr als 18 Monaten
Alter: 45 bis 48 cm. 2,5 cm mehr oder weniger
als das Idealmass ist statthaft.
Das Gewicht sollte
im Verhältnis
zur Grösse und der Knochenstärke stehen
- Anhaltsgewichte : 20 bis 23 kg für einen
erwachsenen Rüden, 17 bis 20 kg für
eine erwachsene Hündin.
FEHLER :
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten
muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung
in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung
stehen sollte.
- Divergierende
oder konvergierende Begrenzungslinien von
Fang und Schädel
- Abrupter Stop.
- Deutlich rosafarbene Nase.
- Nase, Lidränder
und Augen nicht in der vorgeschriebenen Farbe.
- Rückbiss.
- Grosse, runde Augen.
- Kamelrücken, Senkrücken.
- Schlaffe Lendenpartie.
- Rute in Bewegung
unterhalb der Rückenlinie
getragen; zu kurz, geknickt oder gerollt den
Rücken berührend.
- Durchgetretener Vordermittelfuss.
- Gespreizte oder
dünne Pfoten.
- Haarkleid nicht glatt genug, zu wenig dicht.
- Fehlende Substanz bei einem ausgewachsenen
Hund.
- Über- oder Untergrösse von mehr
als 2,5 cm über oder unter der Idealgrösse.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER :
- Bei erwachsenen Hunden jegliches Anzeichen
von Scheuheit.
- Fleckig depigmentierter Nasenschwamm.
- Rückbiss
von mehr als 3 mm (1/8 inch.).
- Vorbiss, Kreuzbiss.
- Unzureichende
Schwimmhäute zwischen
den Zehen.
- Weiss an Schultern,
um die Ohren, auf der Rückseite des Halses, über dem Rücken
oder an den Flanken.
- Silbernes Haarkleid, grauer Anflug im Haarkleid,
schwarze Stellen.
- Jede andere Farbe als die Schattierungen
von rot oder orange.
Hunde, die deutlich
physische Abnormalitäten
oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen
disqualifiziert werden.
N.B. :
Rüden müssen
zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen,
die sich vollständig im Hodensack befinden |